Ein Vorlesetag ist schnell geplant. Schwieriger ist, dass am Montag danach noch etwas davon übrig ist.
Am Freitag, dem 20. November 2026, ist Bundesweiter Vorlesetag. Zum 23. Mal lesen an diesem Tag Lehrkräfte, Eltern, Großeltern und Kinder in Schulen, Kitas und Bibliotheken vor. 2023 waren es erstmals mehr als eine Million Vorlesende.
Du brauchst dafür kein Projekt und keine Projektwoche. Die fünf Ideen in diesem Artikel passen jeweils in eine Unterrichtsstunde. Jede sagt dir, was du vorbereitest und wen du fragen kannst.
Was am 20. November passiert
Hinter dem Vorlesetag stehen drei Initiatorinnen: Stiftung Lesen, DIE ZEIT und die Deutsche Bahn Stiftung. Das Motto 2026 lautet „Ich lese vor – du auch?“.
Das Motto stellt nicht die Zuhörenden in den Mittelpunkt, sondern die Vorlesenden. Es fragt, wer noch mitmacht. Genau so sind die fünf Ideen gebaut: Jede ist eine Antwort auf „du auch?“, und bei mehreren lesen am Ende die Kinder selbst.
Fünf Ideen für eine Unterrichtsstunde
1. Die Großen lesen den Kleinen vor. Deine dritte oder vierte Klasse liest Kindern aus der ersten Klasse oder der Kita nebenan vor. Jedes Kind sucht sich ein Bilderbuch aus und übt es zweimal laut. In NRW passt das Üben in die verbindliche Lesezeit von dreimal 20 Minuten pro Woche, es kostet also keine zusätzliche Stunde. Am Vorlesetag sitzen dann Paare aus einem großen und einem kleinen Kind im Klassenraum verteilt. Wer das Format mag, macht daraus feste Lesepaten mit einem Termin im Monat.
2. Eltern lesen vor, in jeder Sprache. Lade Eltern und Großeltern für eine Viertelstunde in die Klasse ein. Jede Familie bringt ein Buch mit, gern in der Sprache, die zu Hause gesprochen wird. Die Kinder, die diese Sprache sprechen, übersetzen für den Rest der Klasse. So wird aus der Mehrsprachigkeit deiner Klasse der stärkste Moment des Tages.
Die Idee hat einen zweiten Zweck. Laut Vorlesemonitor 2024 wird einem Drittel der Kinder zwischen einem und acht Jahren selten oder nie vorgelesen. Der Vorlesetag ist ein Anlass, das Vorlesen dorthin zurückzutragen, wo es am meisten fehlt. Gib allen Familien das kostenlose Vorleseheft mit nach Hause.
3. Die Klasse liest ihre eigene Geschichte vor. Sammle mit deiner Klasse ein Thema: das Schulhaustier, den letzten Ausflug, einen Drachen im Keller. Mit MichMatz ReadMe erstellst du daraus eine Geschichte. Wenn du bei der Erstellung „Audio an“ setzt, liest ReadMe jeden Abschnitt vor und markiert dabei den Text mit. Die Kinder hören ihren Abschnitt zuerst, stellen das Vorlesetempo langsamer, wenn sie wollen, und üben ihn dann selbst. Am Vorlesetag lesen sie die Geschichte, die von ihnen handelt, der Parallelklasse oder den Eltern vor.
4. Die Bibliothek holen oder hingehen. Viele Stadtbibliotheken haben einen Schulservice, die Stadtbibliothek Köln etwa bietet pädagogische Angebote für Schulen an. Frag bei deiner Bibliothek an, ob jemand am Vorlesetag in die Schule kommt oder ob deine Klasse für eine Vorlesestunde vorbeikommen kann. Ruf jetzt an, nicht im November. Wenn deine Schule einen offenen Ganztag hat, lohnt auch ein Blick auf die Leseclubs der Stiftung Lesen.
5. Die Vorlesestaffel durch die Schule. Um zehn Uhr tauschen alle Lehrkräfte die Klassen und lesen zehn Minuten vor. Danach gibt jede Lehrkraft das Buch an ein Kind weiter, das in der nächsten Pause einem anderen Kind daraus vorliest. Die Staffel braucht keine Partner und kein Budget, nur eine Absprache im Kollegium und einen Zettel im Lehrerzimmer. Für die Schulleitung ist sie die einfachste Art, die ganze Schule beim Vorlesetag anzumelden.
Ein Vorlesetag ist ein guter Anfang. Zur Gewohnheit wird Lesen erst, wenn jede Woche vorgelesen und selbst gelesen wird.
Und am Montag danach
Der 23. November ist ein Montag. Die Bücher sind zurück im Regal, die Eltern wieder bei der Arbeit. Hier entscheidet sich, ob der Vorlesetag ein schöner Freitag war oder der Beginn von etwas.
Die Lesezeit steht in NRW ohnehin im Stundenplan. Nimm einen der drei Slots pro Woche fürs Vorlesen und zwei fürs Selbstlesen. Wie du die 20 Minuten mit Tandemlesen und chorischem Lesen füllst, haben wir im Artikel zum Schuljahresbeginn beschrieben.
Für das Vorlesen und Selbstlesen jede Woche haben wir ReadMe gebaut. Jede Woche eine neue Geschichte zu dem, was deine Klasse gerade beschäftigt: Die Kinder hören sie zuerst und lesen sie dann selbst. So bleibt der Schwung vom 20. November nicht im Regal stehen.
Probier ReadMe kostenlos und ohne Anmeldung aus und erstelle eine Vorlesegeschichte für deine Klasse. Vielleicht ist es schon die für den Vorlesetag.
Am 20. November vorlesen. Ab dem 23. jede Woche.
Das MichMatz Team